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Letzte Bearbeitung: 01.04.2017, 10:07

4.6.1 Digitalmikroskop erkunden

Erstellt ab 18.02.2014

Im Februar 2014 meldete sich eine Firma bei mir mit dem Wunsch, eine Produktvorstellung durchzuführen. Ich blätterte auf der Homepage der Firma und und fand heraus, dass dort sehr hochwertige Industriegeräte angeboten werden. Ein Projekt mit solchen Geräten hätte aber den Rahmen des Strippenstrolches bei weitem gseprengt.

Also blätterte ich weiter und kam schließlich auf diese Unterseite:

PCE Deutschland GmbH --- Mikroskope

 

Auf dieser Unterseite suchte ich nun nach einem geeigneten Gerät, das zu dem Strippenstrolch passen würde. Schließlich wurde ich hier fündig:

Mikroskop PCE-BM 100

 

Schon nach ein paar Tagen war das Mikroskop geliefert worden und ich konnte es auspacken und zunächst einmal die Bedienoberfläche studieren. Nach kurzer Zeit fand ich die Umstellung auf die deutsche Sprache und ab dann waren die Menüs nach kurzer Einarbeitungsphase selbsterklärend.

Natürlich ist auch eine deutsche Bedienungsanleitung
auf Papier mit dabei !


Zunächst machte ich einen Versuch mit einem sehr bekannten Objekt:



Was ist das ?

Aber bevor wir mit weiteren Experimenten weiter machen, habe ich noch eine Momentaufnahme des allerersten Versuchs gemacht:


Das Mikroskop PCE-BM 100 im "strolch'schen Labor".

Einige von Euch fragen sich jetzt bestimmt schon, was Mikroskopie mit Elektronik zu tun hat und was ein Mikroskop im "strolch'schen Labor" zu suchen hat.

Diese Frage wird sich aber sogleich auflösen, denn ich möchte auch ein paar Materialuntersuchungen damit anstellen.

Natürlich können wir auch mal einen Blick in das Facettenauge einer Stubenfliege werfen.

Beginnen wir aber einmal mit ein paar Elektronik-Impressionen:

Nehmen wir uns einen DS18S20 "zur Brust" und machen zunächst ein Makro-Foto davon, um den Typen-Aufdruck zu begutachten. Mit bloßem Auge sieht es so aus, als sei er aufgedruckt. Aber bereits das Makro lässt erahnen, dass das möglicherweise nicht stimmt:


Ein Blick druch das Mikroskop verrät uns, dass diese Buchstaben und Ziffern offenbar eingebrannt wurden. Vermutlich wurde dabei ein Laser benutzt, denn mit heutiger Technik (2014) ist das ohne Weiteres möglich. Die Vergößerung zeigt deutliche "Einbrände":



Jetzt habe ich dem Mikroskop "die Sporen gegeben" und die höchste Vergrößerungsstufe gewählt. Man sieht jetzt ganz deutlich, das die Oberfläche des TO92-Gehäuses angeschmolzen wurde:

 

 

Sogar einzelne Kristalle der erstarrten Schmelze lassen sich erkennen.

Ich finde, das sieht schon recht "brutal" aus, wenn man bedenkt, dass das Bauteil etwa diese Originalgröße hat:



Soweit der erste Eindruck, was machbar ist.

(Video)

Die beiden "riesigen" Metall-Stäbe sind im Original haarfeine biegsame Stäbchen, die magnetisch sind. Wenn man dann also außen am Reedkontak einen Magneten vorbeiführt, führt das dazu, dass sich die beiden "Metallstäbchen" gegenseitig anziehen, bis der Kontakt geschlossen ist.

Dieser Vorgang ist sehr gut im Video zu sehen.
 
Inzwischen haben wir den 09.06.2014. Heute habe ich so an Jean Michel Jarre gedacht und an eine alte Schallplatte, die ich noch sorgfältig aufbewahre. Also holte ich diese Schallplatte her und machte erst einmal einen Versuchsaufbau dazu:



Es ist aber gar nicht so einfach, eine Schallplatte schön passgenau unter das Mikroskop zu bekommmen.

Aber schließlich gelang mir das mit ein paar Büchern, die ich als "Tragebock" untergelegt hatte:



Zunächst mikroskopierte ich mit einer gringen Auflösung, um eine interessante Stelle auf der Schallpplatte zu finden. Dabei kam dieses Foto heraus:



Wir sehen hier das Werk "First Rendezvous" von Jean Michel Jarre auf eine ganz andere Weise. Leider sehen wir aber auch einige Staubkörnchen, die auf einem Schallplattenspieler das legendäre Knacken und Knistern verursachen.

Was wir hier auch sehen, sind die groben "Bass-Rillen", die sowohl seitlich (Kanal 1) also auch in der Höhe variieren (Kanal 2). Immerhin haben wir es ja mit einer Stereo-Schallplatte zu tun, bei der die Rille sowohl seilich als auch in der Höhe variiert, um die zwei Kanäle speichern zu können.

Später, nach einige Betrachtung Jean Michel Jarres Werken, habe ich auch eine Stelle auf der Schallplatte gefunden, die offenbar Höhen enthält:

 
Diese feinen "Unterrillen" deuten doch sehr auf hochfrequente Töne oder Geräusche hin. Um das nochmal genauer zu betrachten, habe ich hiervon auch ein Makro angefertigt:



Jawoll, das können nur hochfrequente Töne der jarre'schen Sinfonie sein.

Jetzt wurde ich mutig und dachte so bei mir: "Das muss doch auch in 3D gehen".

Gedacht, getan:


Ich schlurfte also bei 30 Grad Hitze los in den Garten, was bei diesen Temperaturen sonst gra nicht so meine Art war, und suchte und schaute mich einfach mal um. Da sah ich ein paar wunderschöne Brennnessel-Pflanzen, die da so herum wucherten. Geschwind und geschmeidig zupfte ich ein Blatt davon ab uns zuckelte zurück in meine kühle Kellerwerkstatt.

Hier angekommen machte ich erstmal eine Übersichts-Makro-Aufnahme mit dem Digital-Fotoaparat:



Wie wir alle wissen, berennen Brennnesslen ganz fürchterlich, wenn man sie unachtsam berührt. Aber wie kommt das zustande ?

Nun, auf dem ersten Makro oben sehen wir schonmal fiese Häärchen, oder sogar sowas wie winzige Stacheln, die vermeht an der Blattunterseite sitzen.

Dazu habe ich das Makro noch etwas herangezoomt und wir sehen nun wirklich spitze "Harpunen":



Hmmm, ob die nun mit einem Kontaktgift oder so überzogen sind, oder vielleicht sogar hohle Kanülen darstellen ?

Nun, das Digital-Mikroskop wird uns den Weg weisen.

Aber erstmal ein Blick auf die Blattoberseite:

 

Ja, jetzt erkennen wir es !

Auch dort finden sich diese fiesen Stacheln !


Also bleibt und nichts anderes übrig, als das Ganze zu mikroskopieren:



Auf diesem Bild sehen wir eine schöne Auswahl an "Gift-Stacheln".

Oben links erkennen wir eine Art Gefäß. Vermutlich wird sich darin eine Reizflüssigkeit befinden, die das Brennen auf der Haus auslöst. Möglicherweise sind diese Häärchen auch ganz hohl und komplett mit dieser Reizflüssigkeit gefüllt.


Hier sehen wir noch eine Impression mehr so von der Seite aufgenommen und mit etwas Gegenlicht durchleuchtet. Dieses Gegenlicht kann man bei dem Mikroskop erfreulicherweise stufenlos in der Helligkeit einstellen. Wir sehen also durchsichtige "Stacheln", mit jeweils einem kleinen "Tank" am Fuß.

 
Ich habe die Vergrößerung noch etwas erhöht und mit einmal solch einen "Tank" aus der Nähe angechaut. Er scheint sehr prall gefüllt zu sein, und scheint darauf zu "lauern", jederzeit sein Kontaktgift abgeben zu dürfen.




Diese Aufnahem hat recht lange Zeit gebraucht, um sie zu erstellen. Ichmusste mit den beiden Lampen (LED, einmal auflicht und einmal Durchlicht) so experimentieren,dass ich ungefähr zeigen kann, dass die Häärchen, offenbar doch vielleicht hohl sind. Jedenfalls sind sie sehr spitz und sehr, sehr zerbrechlich.

Solche und mit etwas Geschick noch viiieeel bessere Bilder lassen sich sehr einfach über das selbsterklärende Bedienpanel des Mikroskops sehr einfach und angenehm erstellen. DasBedienpanel ist herrlich übersichtlich:



Man benötigs kein zwingendes Kabel, sondern einfach nur eine SD-Karte, die auch gern vom Typ "SDHC" sein darf. Dazu ist an der linken Seite des Mikroskop-Kopfes ein SD-Slot verbaut, der sich mit einer Gummiklappe sicher verschließen lässt. außerdem sieht man dort noch einen USB-Anschluss, mit dem man das Mikroskop auch an den PC anschließen kann:



Ein Batteriefach sucht man an dem Mikroskopp jedoch vergeblich. Es muss über den mitglieferten Adapter an das Netz angeschlossen werden. Allerdings hat dieser Adapter einen einfachen Hohlstecker, so dass eine Ersatzbeschaffung für einen versierten Elektronik sehr einfach sein dürfte.

Zu erwähnen wäre vielleicht noch der Lichtschalter der folgende Schalt-Zustände zulässt:

  • Aus
  • Auflicht-LED
  • Auflicht-LED + Durchlicht-LED
  • Durchlicht-LED



Unten auf dem Fuß sehen wir diesen Schalter. Hinten dran ist das Steckernetzteil eingestöpselt. Und dan dem Objekttisch, wo das Blatt mit der Spitze drüber ragt, befindet sich noch eine in vielen Stufen verstellbare Blende, die auch ein paar Farbfilter bereit hält.

Auf der anderen Seite des Mikroskops sehen wir den Dimmer für die Druchlicht-LED:



Hier ist auch gut zu sehen, dass die Auflicht-LED mit einem Mini-Schwanenhals ausgestattet ist, was eine passgenaue Ausleuchtung möglich macht. Unter diesem Schwanenhals dehen wir eine Schraube mit einem gerändelten Kopf. Das ist ein Tiefenanchlag, den man so einstellen kann, dass man nicht mit dem Okular in das Obejekt fährt. 

Schließlich befindet sich noch ein Knopf am silbernen Teil, an dem der Obejkttisch montiert ist. Dieser große, runde, schwarze Knopf dient dazu, den Objekttisch rauf und runter zu kurbeln und somit die Schärfe einzustellen.


Alles in allem ein sehr gut gelungenes Gerät.

Ich bin gespannt, was ich alles so in der Mikrowelt entdecken werde...

Viele liebe Grüße



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