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4.4.20 Alter Bauwagen neu genutzt

Erstellt ab 01.09.2012

Meine Frau und ich stellten vor etlichen Jahren eine Kinderschaukel in einer Ecke unseres Gartens auf. Diese Schaukel wurde auch gut von den Kindern besucht und sie hatten stets Freude am Schaukeln und Klettern. Im Laufe der Jahre wurden die Kinder dann größer und das Interesse an der Schaukel ließ natürlich allmählich nach.

In diesem Jahr war die Schaukel dann auch durchgerostet und wir mussten sie aus Sicherheitsgründen entsorgen. Die nun halbwüchsigen Kinder sahen mit gemischten Gefühlen zu, wie wir die Schaukel demontierten und dem Metall-Schrott zuführten.

An der Stelle, wo die Schaukel stand, klaffte nun irgendwie eine große Leere in unserem Garten. Einige der "neuen" kleineren Kinder liefen vergebens zu dem Schaukelplatz hin und kamen erstaunt wieder:

"Wo ist denn die Schaukel geblieben ?"

"Die war schon sehr alt und kaputt. Da mussten wir sie abbauen."

"Ooch schade ..."

Dann war der Geburtstag unseres Sohnes Nico (13) und wir konnten ihm alle Wünsche erfüllen, denn er ist immer etwas sparsam mit seinen Wünschen. Als ich ihn fragte, ob er sich denn noch etwas wünschen würde, sagte er ganz einfach:

"So'n Peter-Lustig-Bauwagen wäre schon super ..."


 
Er wusste sicherlich, dass es solche Bauwagen in Miniaturausführung als Bausatz zum Spielen gibt. Aber weil er schon 13 Jahre alt war, dachen meine Frau und ich, das sei nichts mehr für ihn.

Was er aber nicht wusste, ist die Tatsache, dass ich einen Bauunternehmer aus der Region seit ewigen Jahren sehr gut kenne und schätze.

01.09.2012 ==>

Ich machte also eine Anfrage bei diesem Bauunternehmer, ob er denn noch einen alten Bauwagen zu verkaufen hätte.


Schließlich ließ ich einen Termin beim Bauunternehmer machen, zwecks Ansicht und Preisverhandlungen.

02.09.2012 ==>

Zunächst fuhren wir also zum Onkel von Nico, denn der Onkel hatte die Vorverhandlungen geführt und eine Terminabsprache gemacht. Nico war schon sehr gespannt auf den Bauwagen:


Nico freut sich auf den Bauwagen

Der Onkel erklärte noch einmal vorab, welche Bauwagen zur Verfügung stehen würden und wir trafen eine Vorabentscheidung, denn schließlich musste der Bauwagen ja auch auf den vorgesehenen Platz passen, wo dereinst die Schaukel stand. Und er sollte noch eine gute Grundsubstanz aufweisen. Außerdem sollte der Bauwagen nicht zu teuer werden, denn es war uns natürlich klar, dass an dem Wagen noch Reparaturen anstehen würden.


Der Onkel fürhrte die Vorabverhandlungen

Nach diesen Vorplanungen ging es dann los auf das Betriebsgelände des Bauunternehmers und der Chef stellte uns den Bauwagen persönlich zur Ansicht vor:


Der Chef des Bauunternehmens präsentiert den Bauwagen

Ich meinte: "Hey, Nico, komm doch ein Stückchen näher und schau Dir den Bauwagen an, es ist schließlich Dein Geburtstagsgeschenk." Nico kam neugierig näher und betrachtete den Bauwagen:

Nico begutachtet den Wagen

Der Bauunternehmer zeigte uns ganz genau die Mängel an dem Bauwagen und wir schauten genau nach, ob wir später zuhause in der Lage sein würden, diese Mängel wieder auzubessern. Wir stiegen in den Bauwagen und sogar ein Tisch und zwei Bänke waren noch vorhanden. Das Glas der Fenster war noch intakt und auch das Dach war noch dicht. Die Treppe fehlte und eine Stütze war abgebrochen. Aber bei uns zuhause haben wir einige Metaller, die sicherlich in der Lage sein würden, sowohl die Treppe als auch die fehlende Stütze neu zu bauen.

Gut.

Nico sagte der Bauwagen also zu und so zogen wir uns dann in ein kleines, gemütliches Vereinsheim einer Reservistenkameradschaft zurück, um die Preisverhandlungen zu gestalten:


Preisverhandlungen

Nach etwa 2 Stunden Verhandlungen, Scherzen und vielen Lachern wurden wir uns einig und ich konnte mich mit dem Bauunternehmer auf einen wirklich sehr guten Preis inclusive Anlieferung einigen. Nebenbei fütterte ich noch die Kaffeekasse der Reservisten ein wenig. Zum Schluss wurde ein Termin für die Anlieferung abgesprochen und ich legte für das Anlieferungs-Team noch eine Kiste Bier und einen Kuchen Buffet oben drauf, dass es dann bei Anlieferung geben sollte.

06.09.2012 ==>

Das Anlieferungsteam begann also damit, den Bauwagen reisefertig zu machen. Zunächst wurde ein riesiger Stahlträger fertig gemacht, der dann von einem Bagger anghoben werden sollte. Der alte Bauwagen stand nämlich ganz hinten in einer Ecke des Betriebsgelädes und sollte mit dem Bagger herausgehoben werden.


Zunächst wurde also der Bagger in Position gebracht:


Dann wurde der Bauwagen am Stahlträger befestigt.



Schließlich wurde der Bauwagen aus der Gelände-Ecke herausgehoben:



Da hat der Bauunternehmer sich gefreut, dass alles so gut geklappt hat:



Jetzt stand der Bauwagen zum Abtransport bereit.


08.09.2012 ==>

An diesem Samstag war es dann so weit:

Der Bauwagen sollte gliefert werden. Meine Frau buk einen Kuchen, kochte Kaffee und wir stellten noch alkoholfreies Bier bereit. Wir saßen schön auf der Terrasse und warteten. So nach ein paar Stunden rief der Verhandlungsführende an und teilte uns mit, dass der Transport von der Polizei gestoppt worden sei und man die Weiterfahrt zunächst nicht fortsetzen könne.

Gund war, dass aus Versehen ein verkehrtes Kennzeichen an den Bauwagen montiert wurde. Da hatte sich der Baununternehmer bei der ganzen Aufregung wohl vertan und das verkehrte Kennzeichen ausgewählt. Somit durfte der Bauwagen nicht auf den eigenen Rädern transportiert werden. Also musste die Lieferungs-Truppe noch einen kleinen Auflieger mit Pritsche besorgen und den Bauwagen dort oben drauf stellen. Das hätte die ganze Aktion beinahe zum Scheitern gebracht.

 



Schließlich kam das Anlieferungs-Team und der Auflieger mit dem Bauwagen aber wohlbehalten bei uns vor der Haustüre an:

Der Polizeipräsident würde sagen:


"So ist es richtig, meine Herrn ! Gegurtet und verkeilt und mit roter Fahne hinten !"

Inzwischen hatte sich die Ankunft des Bauwagens herumgesprochen und einige Nachbarn waren gekommen, um zuzuschauen, wie wir wohl den Bauwagen in den Garten bekommen würden:


Es wurde getuschelt, was wir wohl in dem Bauwagen anstellen würden, und vor allem war man allgemein sehr gespannt darauf, wie wir den Wagen denn nun in den Garten bekommen würden:


Aber zunächst wurde der Bauwagen abgeladen:



Mein Nachbar von gegenüber hatte einen Traktor organisiert, und der Bauwagen wurde davor gespannt, so dass man mit diesem Gespann sehr gut rangieren konnte:

Der Nachbar rangierte den Bauwagen dann durch die enge Gasse in den Garten:


Schließlich war es geschafft ==> Der Bauwagen stand in unserem Garten.

Ich bedankte mich beim Bauunternehmer und lud zu dem versprochenen kleinen Imbiss ein:


Wir ließen uns anschließend Kaffee und Kuchen und ein paar alkoholfreie Bierchen schmecken:

 
Der Nachbar von gegenüber spendierte den Kindern noch eine Rundfahrt mit dem Trecker auf unserem Grundstück:


Schließlich folgte die Nachbesprechung der ganzen Aktion. Wir lachten und scherzten und tranken noch einen herrlichen Kaffee und aßen von dem leckeren Kuchen. Dann verabschiedete sich das Anlieferungsteam und der Nachbar von gegenüber und ich begutachteten den Bauwagen erst einmal genauer.

Wir stiegen in den Bauwagen und machten erst einmal Musik an.

Wie es so ist, hatte es sich die letzte Bauarbeiter-Truppe wohl auch noch einmal richtig gemütlich gemacht, denn überall hingen noch die Aktfotos aus irgend einem Kalender des letzten Jahres an den Wänden:

 
Noch bevor wir die Fotos verschwinden lassen konnten, kam meine Frau in den Bauwagen geklettert und gesellte sich zu uns.


"Die Bilder bleiben aber nicht hängen !", sagte sie und wir nahmen die Bilder ab und entsorgten sie.

Gerade, als wir mit der Entsorgung der Bilder fertig geworden waren, traf auch der "Bauherr" Nico mit einem Freund ein und beide bestaunten den Bauwagen von innen:



Wir hörten noch eine ganze Weile gute Musik, und der Nachbar von gegenüber und ich tranken noch ein Feierabendbierchen und dann ging ein langer, spannender Tag zuende.
12.09.2012 ==>

An einem herrlichen Spätsommertag, der ganz so war, wie immer in den Bilderbüchern beschrieben, entkernten wir den Bauwagen und entfernten die vorhandenen Sitzbänke. Auch den Tisch, der dazu gehörte, trugen wir hinaus und brachten ihn zum Lackieren in unsere Garage.

Schließlich überlegten wir, wie wir den etwas lädierten Fußboden aufarbeiten könnten, ohne viel Geld dafür ausgeben zu müssen. Ich erinnerte mich an Spanplatten, die schon seit Jahren in unserer Garage auf eine Verwendung warteten. Aber zuvor mussten wir den Untergrund vorbereiten. Wir benutzen dazu eine Isolierfolie mit Trittschalldämmung, die ich noch von der Renovierung unseres Hauses übrig hatte.

Diese Folie verlegten wir also:



In den Innenwänden des Bauwagens klafften einige Löcher, die bei der vorherigen Nutzung des Wagens entstanden sein mochten. Diese Löcher schlossen wir einfach, indem wir Pappelholz (Bastelholz) aus dem Baumarkt mit einem Elektrotacker festnagelten. Ein besonders schwieriges Loch einer alten Brandstelle, die wohl durch einen ehemaligen Ofen verursacht wurde, schlossen wir, indem wir dort einfach ein Stückchen der Fußbodenfolie drauf tackerten.

Schließlich war der erste Bauabschnitt geschafft und wir würden bald mit dem Verlegen der Spanplatten beginnen können.

Stolz präsentiert sich der Bauherr nach getaner Arbeit:


21.09.2012 ==>

Ein netter Zeitgenosse schenkte mir einen Karton voller alter KFZ-Bremsleuchten. Es war eine riesige Auswahl an Platinen mit Luxeon-LEDs drauf in dem Paket. Uns interessierten diese langen Bremsleuchten, die im KFZ hinten oben in der Mitte angebracht sind. Davon waren ebenfalls einige in dem Paket. Wir untersuchten die Bremsleuchten und sahen, dass teilweise die Stecker abgebrochen waren.

Also überprüften wir erstmal, ob die Leuchten überhaupt noch funktionstüchtig waren:



Wir fanden drei Bremsleuchten, die noch einwandfrei leuchteten.
Nach einer Weile meinte Nico:
"Hey, lass und diese Bremsleuchten unter den Tisch für den Bauwagen bauen. Das sieht bestimmt klasse aus !"

Gesagt, getan: Wir montierten also drei dieser Leuchten unter den Tisch für den Bauwagen und ich spendierte noch ein 12 Volt Steckernetzteil dazu:


Wie man sieht, schraubten wir die Leuchten einfach mit ein paar kleinen Schrauben fest und benutzten die Reißzwecken-Brettschaltungstechnik, um die Leuchten mit Strom zu versorgen.

22.09.2012 ==>

Heute waren alle einmal zuhause und so konnte wir schön Hand an den Bauwagen legen. Zunächst rüsteten wir ein altes PC-Netzteil als Stromversorgung für die Lampen um. Jan (17) erstellte die Verdrahtung für einen Lüfter und schloss eine der KFZ-Tagfahrlampen als Bauwagenbeleuchtung an.


Den Lüfter bauten wir in die Öffnung, durch die einmal das alte Ofenrohr hindurch führte. Später am abend kam ich hinzu und legte auch einmal Hand an. Ich zog die Schrauben der Schutzklappen vor den Fenstern nach.


Schließlich wurde es draußen schon dunkel. Da habe ich versucht, das Ganze einmal mit einem Stativ und ohne Blitz einzufangen.

Zum Schluss installierte Jan noch die ehemaligen Blinker des Bauwagens und versorgte sie mit Strom aus dem PC-Netzteil. Wir hatten heute schon sehr viel geschafft und bald würde Jans Geburtstag sein, der voraussichtlich in dem Bauwagen stattfinden soll.

 

Wir schreiben heute den 28.04.2013 und ich habe gestern den Strom angeschlossen. Dazu haben wir eine in der Nähe stehende Gartenlampe angezapft und sind mit einem Erdkabel zum Bauwagen übergewechselt. Zunächst wollten wir das Erdkabel gleich in die Abzweigdose hochziehen, aber dann überlegten wir uns, dass der Bauwagen ja immer eine wenig wackelt und schwankt, wenn darin gefeiert wird. Also sah ich in meiner Werkstatt nach und fand dort ein Verlängerungskabel, das als Spiralkabel ausgelegt war. Der Stecker und die Kupplung waren sowieso schon abgeschnitten und eigentlich habe ich das Kabel verschrotten wollen.

Nun hat es aber einen neuen Zweck bekommen und versorgt den Bauwagen mit Strom, ohne dass es sich beim Feiern lösen kann:

 
Die Treppe im rechten Bild baute ein befreundeter Maschinenbauer für uns. Diese Treppe ist noch nicht gesichert, aber sie soll zeitnah dann mit zwei Stahlflanschen an den Bauwagen geschraubt werden. Diese Haltewinkel baut ein Mechaniker aus Hamburg, der auch gern seinen Teil zum Bauwagenprojekt mit beisteuern möchte. Im Gegenzug betreue ich seine Homepage ein wenig mit.

In den vergangenen Wochen haben schon einige Feiern in dem Bauwagen stattgefunden und ich hoffe, dass ich auch einmal eine Feier mit meiner Kamera einfangen kann und dann davon ein paar gute Fotos hier zeigen darf.

Zunächst habe ich aber den "Goldenen Spaten" von ersten Spatenstich der jemals auf unserem Grundstück stattgefunden hat, an den Bauwagen geschraubt. Der Spaten ist leider zum Arbeiten nicht mehr zu gebrauchen, weil das Blatt einmal umgeknickt war. aber da dieser Spaten eine gewisse Geschichte hat, habe ich ihn kurzerhand an den Bauwagen geschraubt. Und so dient er jetzt als Zierde und wurde auch schon scherzhaft als "Bauarbeiter-Denkmal" bezeichnet:



Dieser Spaten wurde im Jahre 1994 von Klaus K. gespendet und von meiner Frau und mir beim ersten Spatenstich auf unserem Grundstück verwendet. Es echtes "Kult-Gerät" mit Herz und Charakter. Ein wenig ist die goldene Farbe noch zu sehen.

Bislang ist der Bauwagen ja noch nicht angemalt oder lackiert, aber im Dunkeln erzeugen die bislang angebauten LED-Strings schon eine schöne gemütliche Atmosphäre:

13.07.2013 ==>

Ich habe heute ein Grillen für die Forum-User durchgeführt und es sind auch einige User zu uns nach Betzhorn gekommen. Ich fragte die Anwesenden ganz lieb, ob sie mir dabei behilflich sein würden, den Bauwagen auf Steinplatten zu stellen, denn wir haben hier Lehmboden und der Bauwagen begann, langsam in den Boden zu sinken.

Also haben wir den Wagen auf die Betonplatten gestellt und anschließend mit einem langen Hebel-System ein wenig ausgerichtet:

 

In den Abendstunden ergab sich dann noch dieses schöne Foto:


Resümee am 30.05.2015:

Der Bauwagen wurde von allen Jugendlichen gut angenommen und wird gut genutzt. Meine Frau und ich zogen uns stets in das Wohnhaus zurück, wenn die Jugendlichen feierten. So waren die Mädchen undJungs unter sich und wir waren für eventuelle Notfälle stets verfügbar.

Es ist aber nie ein Unfall passiert und schon hin und wieder sangen die Mädchen und Jungs die alten Lieder, die wir schon sangen, als wir noch jung waren. Wenn man das dann hört, wie augelassen die Jugendlichen freiern und welche gute Stimmung rund um den Bauwagen ist, dann erfüllt einen das mit ein wenig Melancholie, aber auch mit tiefer Freude ob des gelungenen Projekts.

Also fuhr ich noch einmal zu dem Bauunternehmer und referierte ein wenig über den vollen Erfolg des Projektes.


Schließlich bedankte ich mich noch einmal beim Bauunternehmer
Walter Wendt für die unbürokratische Bereitstellung des Bauwagens:


"Strippenstrolch" Stephan Mischnick             -----------------------------------------           Dipl-Ing. Walter Wendt
 
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Ich wünsche immer frohe Stunden,



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