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2.2.8 Bühnenzauber

Erstellt ab 2009

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  Eine kleine Szene aus einem Kleinod, irgendwo in "Good Old Germany" ...
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Der Vorhang der Bühne öffnet sich ...
Applaus erhebt sich und ebbt dann wieder sanft ab ...

(Man sieht eine Art Amtsstube mit einem Fernseher darin...)
(Ein Uniformierter schaut aus dem Fenster...)
(Drei andere Uniformierte stehen etwas gelangweilt hinter ihrem Chef...)

  Der Uniformierte murmelt zu seinen Ordonanzen:

"Was --- (kleine Pause) --- rauchen die Typen denn da ?"

Eine Ordonanz:
"Dünne Glimmelstäbchen, Chef !"

"Meine Herrn, verstehe ... ... ..."

Er geht ein paar Schritte auf und ab ...

In ernstem Ton:

"Meine Herrn !"

"Ja, Sir ?"
(der Uniformierte wird nachdenklich, schaut aus dem Fenster)

"woOOoohh...  gibt es diese...", (kurze Pause, leicht abfällig), "...dünnen Glimmelstäbchen ?"

"Abtreten, Meine Herrn !"

Die drei grinsen, säubern sich die Schuhe auf dem Fußabtreter und verschwinden durch eine Tür ...

Es wird still. Eine Uhr tickt an der Wand ...

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Der Vorhang schließt sich und die Gäste holen sich eine Erfrischung.
In der Aula erheben sich die ersten Diskussionen untereinander.
Hier und da wird gedämpf gelacht, einige der großen Gäste gehen auf die
Straße hinaus und rauchen eine Zigarette.

Man hört zwischen den Stimmen den Ton einiger Kakaobecher, die aneinander klingen ...
... einige prosten sich offenbar zu ...

(Die Szene  geht in  allgemeines Gemurmel über)

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Ein Gong ertönt.

Die Gäste  strömen wieder in den Saal und suchen ihre  Plätze auf.

(Das Licht  im Saal dimmt herunter, der Vorhang öffnet sich zum zweiten Akt...)

Ein grauhaariger Herr reist an und hält mit einer Luxuslimousine vor der Tür.

Schritte im Kies. --- Der Gong an der Tür läutet.

Der Uniformierte ruft: "Tür ist offen !"

Der grauhaarige Herr kommt herein geht wortlos auf den Uniformierten zu.

Er reicht ihm wortlos ein Päckchen herüber.

Uniformierter: "Was soll das ?"

"Sir, die..." (kurze Pause, leicht abfällig) "... dünnen Glimmelstäbchen !"

(... unauffällig wechselt nebenbei eine mp3-CD mit genau drei Liedern drauf den Besitzer...)

Der grauhaarige Herr blickt auf die Armbanduhr.
"Sir, ich habe keine Zeit, ich muss dann mal ..."

"Ja, ja, man hin ..."
(Der Unformierte macht eine lässige, grüßende Handbewegung)

Der grauhaarige Herr grinst noch einmal frech und wendet sich ab geht durch die Tür hinaus.

Schritte im Kies.

Eine Tür klappt.

Ein leises, lüfterartiges Geräusch beginnt zu summen.
Die elektrisch angetriebene Luxuslimousine verschwindet im Dunst der Heidelandschaft ...

Als die Limousine längst weg ist, murmelt der Uniformierte noch etwas zu sich selbst:

"Ähhh... Herr ... äääh ... was ist mit meiner Elektrik ?"
"Ach ..." ---- "... ist schon wieder weg ..."

Später ruft der Uniformierte bei dem grauhaarigen Herrn mit der Limousine an:

(quäkig am Telefon)  "Ja ... ?"
(auf der Bühne)   "Ich bin's ..."
(quäkig am Telefon)   "Und ... ?"

"Sagen Sie, haben Sie auch dieses...", (kurze Pause, leicht abfällig)  "... Foliengummi ?"

(quäkig am Telefon)  "Bin unterwegs, Sir ..."

Der Uniformierte legt den Hörer langsam und sehr nachdenklich auf die Gabel des Bakkalit-Telefons.

(Hinter der Bühnenkulisse wird es langsam dunkel...)

Von irgendwo her hört man das Geräusch eines fernen Hubschraubers ...






... leise Geräusche draußen vor der Tür ...

... die Tür öffnet sich einen Spalt weit ...
... ein Spiegelchen taucht auf und veschwindet wieder ...
... dann öffnet sich die Tür sehr langsam, bis sie ganz geöffnet ist ...

Drei Damen kommen lächelnd herein und umringen den Uniformierten.
Sie reichen ihm wortlos einen kleinen neutral verpackten Karton herüber.

Uniformierter schroff: "Was soll das ?"
Eine der Ladies: "Nehmen Sie nur..."

Der Uniformierte blickt auf, öffnet den Karton sehr vorsichtig, fast wie ein Geschenk ...

(... er stutzt ...)

"Nanu, was ist den das ?"

(Er blickt sehr erstaunt in das Päckchen hinein und stöbert mit der Hand ein wenig im Inhalt...)
 
"Meine Damen, wusste nicht, dass es so viele verschiedene Sorten..."
(kurze Pause) "... Foooliengummi gibt !"

"Ob das auch ..."

Eine Lady schnell: "... passt schon, Sir..."
Dann etwas milder: "... Sie werden sehen..."

"Hier haben wir Ihnen noch ein Päckchen frisch gemahlenen Kaffee mitgebracht, wenn Sie erlauben ..."

Der Uniformierte hebt plötzlich den Kopf, als sei er aus einem Traum hochgeschreckt:

"Danke, äääh, vielen Dank, abtreten ! Weitermachen !"



Er zögert:

"Ähhh ... dort an Ihrer Bluse ist ein Knopf offen !"

(kleine Pause...  ...dann etwas schwach:)

"Machen Sie das zu, ... bitte..."


Die drei Damen kichern, säubern sich die Schuhe auf dem Abtreter,
rücken ihre Kleidung zurecht und huschen in die Dunkelheit hinaus ...

Der Uniformierte geht hinüber zur Kaffeemaschine, legt ein Kaffeepad ein
und bereitet sich einen Kaffee zu.





Wohliger Kaffeeduft macht sich in dem spärlich beleuchteten Raum breit ...

"Aaaahhhhmmm ...", murmelt der Uniformierte und schlürft genüsslich an dem Kaffee ...

Da kommen aus dem Nebenzimmer zwei kleine Jungs und ein Mädchen heran:

Das Mädchen: "Du, Onkel ?"

"Ja ?"

"Was wollten die Tanten hier ?"

(etwas verlegen)
"Ja ... also ... wisst Ihr ..."

(dann bestimmt)
"Die wollten nur mal gucken, wie es Eurem Onkel geht ! ..."

"Und wo sind die jetzt hin gegangen ?"

"Ach ja...", (etwas wehmütig) "





"... wer weiß das schon ..."

... die drei schauen ihrem Onkel eine Weile zu, wie er lange aus dem Fenster blickt  ...

(... er seufzt ein wenig ...)

Das kleine Mädchen wieder: "Wer waren die denn ?"

"Naja, wisst Ihr, das waren die drei guten Feen ..."
" ... die tauchen manchmal plötzlich auf, und dann hat man einen Wunsch frei ..."

"... aber ..." (... er seufzt wieder ...) "... wisst ihr, ich muss ja im Moment arbeiten ..."

(Desinteresse macht sich bei den Kindern breit)

"Ach, Onkel, immer musst du arbeiten ..."
 
(kurzes Nachdenken)

"...dürfen wir jetzt den Fernseher einschalten ?"

(Wie ein Onkel:)

"Naaaa guuuut, aaaaaber nur noch eine haaaaalbe Stunde ..."

Die zwei kleinen Jungs und das Mädchen setzen sich vor den Fernseher,
schalten  ein Kinderprogramm ein  und  registrieren gar nicht mehr,
wie in der Ferne der Hubschrauber wieder abhebt und davon fliegt ...

Das Mädchen fragt nach einer Weile leise die beiden Jungs:

"Warum haben die Feen denn vorhin so..."
(nachdenklich, kleine Pause) "... gekichert ? ..."

Die beiden Jungs einmütig und etwas forsch:
"Ach, Feen eben ... die sind so ..."

Das Mädchen gähnt:
"Was Mama jetzt wohl macht ... ?"

Nach einer Weile schlafen die drei auf dem Sofa ein  und der Uniformierte trägt sie in ihre Betten

und schaltet den Fernseher aus ...

... erkommt noch einmal zurück, setzt sich an den PC,
tippt ein paar Zeilen Text in ein Formular und
murmelt dabei:

"Hmmmm... ein wunderbares Parfüm, was die Kolleginnen da aufgetragen hatten ..."

Die drei Kinder träumten inzwischen von guten Feen und wovon Kinder eben sonst noch so träumen ... ... ...




                                                           


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Die Bühne ist nun leer. Man sieht nur die Requisiten.

Nach einer ganzen Weile erscheint
auf der Bühne ein würdiger, ergrauter Redner.

Zwei Bühnenhelfer stellen schnell und professlionell ein
kleines Rednerpult mit Mikrofon auf.

Ein runder, alter Scheinwerfer erhellt sanft das Pult und den Redner ...

(Der Redner räuspert sich und lässt weitere Sekunden bewusst verstreichen.)

...

(Das Publikum wird still, ... sehr still ...)

...





"hüstel ..."
 
(Im Publikum ist ebenfalls vereinzeltes Hüsteln zu hören und jemand niest gedämpft ...)

"Ja, liebe Schüler, sowas kann alles passieren ..."

"Vielleicht wisst Ihr aber auch schon , was man mit diesem ..."

(sachlich)

"... FoOOooliengummi ..."

(kurze Pause)

"... macht."

"Aber das mit den..."
(kurze Pause, leicht abfällig) "... dünnen Glimmelstäbchen ..."
" ... das lasst mal lieber sein ..."

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Endlose Jahre vergingen und es wurde wieder gerade Sommer ...
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Als einer meiner besten Freunde mein Brainstorming zu diesem Artikel las, meinter er nur:

"Ich blas' Dir gleich in den Arsch, dass Dir die Hörner gerade werden !"
"Dir haben sie doch 'ne Wagenrunge im Arsch abgebochen !"
"FooOOooliengummi ? --- Gliiiiiiimmelstäbchen ?"
"Was'n das ?" --- "Hast Du 'ne Ladehemmung ?"
"Du hast doch den totalen Knallschaden, Alter !"
"Das geht ja wohl auf keine Kuhhaut !"
"Himmel, Arsch und Wolkenbruch !"
"Ofenrohr, vernageltes !"
"Teufel und die Axt !"
"Sack und Asche !"





"Na, ist doch wahr ...", brummte er abschließend.

...brutal schlug er eine Mücke tot, die sich gerade auf seinem Arm niederglassen hatte...

"Hab' ich Dich, Du Mistvieh !"...



Anopheles Gambiae --- (Malaria-Mücke)

Er wischte die Mückenreste weg...

...und blickte mich an...

Ich grinste.

Mein Freund schnaufte.

  Er schnaufte noch einmal.

Er blickte auf.

"Mußt Du so fluchen ?", fragte ich ...

"Ja !", sagte er,
"Das ist arabisch !"
"Das verstehst Du nicht !"

"Ist ja gut ...", meinte ich ich erschrocken ...

... "ich hab's ja schon überarbeitet" ...

  Wir blickten uns an ...

Er blickte wissend zurück.

"Man, man, man", sagte ich noch, da gibt es noch viel  Aufklärungsbedarf" ...

... er nickte stumm vor sich hin ...

Er brach seine Gedanken ab.

Ein Weilchen verging.

"Und Du, was hast Du die ganze Zeit gemacht ?", meinte er dann.

"Ach, ich habe doch eine ganz andere Ausbildung, das weißt Du doch."
"Ich machte sowas Ähnliches hier in der Heimat schon seit über 30 Jahren ..."



"Und jetzt, was machst Du jetzt ?",
fragte er erstaunt, als er erkannte, dass ich den Dienst quittiert hatte.

"Autor für angewandte Hobbyelektronik.", meinte ich.

" ... ... angewandte ... ...  Hobbyelektronik ... ... ", meinte er abwertend,
"... davon kann man leben ?"

"Nein, das leider nicht, im richtigen Beruf bin ich Laser-Experte ..."

"Aha, hört sich sehr schwierig an ..."

"Oooch, na ja, es geht so ... ... ich mache jetzt ja etwas anderes ..."

Erst jetzt bemerkten wir das angekippte Fenster des Nachbarhauses ...

Er holte tief Luft.

Dann etwas entspannter:

"Mach das Brainstorming bloß erst einmal publikumstauglich, Mensch !!!"

Über unseren Köpfen zog ein seltsames Flugzeug seine Bahn...

"Was ist denn das ?", fragte mein Freund erstaunt ...

Ich blickte empor und konnte es nicht fassen ...

"Hmmm", meinte ich, "ist wohl nagelneu, so wie das aussieht ..."

"Sowas habe ich auch noch nicht gesehen ..."

"... woraus das wohl gebaut ist ? ..."

"Es gibt auch andere Materialien außer Aluminium und Karosserieblech..
... schon vergessen ?"

"Und was ?"

"Kohlefasergewebe ..."

"... mmmh... zu teuer... ... mmmh... wird nur geklaut ...", brummte er und winkte ab ...

Ich holte einen kleinen schwarzen Lappen aus der Tasche und
reichte ihn meinem  Freund  hinüber.

"... hat die alte Dame auf ihrem Webstuhl in ihrer Hütte höchstpersönlich für mich gewebt ..."
"... ich gab ihr das Material, und eine Woche später war der Prototyp-Lappen fertig ..."

"Sie sagte zu mir, sie hätte ihre spezielle, haltbare Webtechnik angewendet,
als sie mir den Lappen mit auf den Weg gab."

"Ach, die macht noch sowas ?", fragte er erstaunt.

"Ja", sagte ich, "...oder glaubst Du, ich kann weben ?"...
 "... ich fragte sie ganz lieb und sie hat mir den Lappen gewoben ..."
"... sie war sehr erstaunt über das Material ..."
"... ich musste viel erklären, bevor sie dann schließlich zusagte ..."

"Ich hätte ihr das einfach in die Hand gedrückt und fertig", meinte mein Freund ...

"Du, das geht alles nur im Dialog !", meinte ich.
"Das machen wir fraktal und verteilt, weißt Du, was das heißt ?"

"Ja", sagte er in rauhem Ton, "...aber mach's nicht zu kompliziert..."

"Ich will's versuchen", entgegenete ich.
"Fraktal ... ... verteilt ...", murmelte er.

Ich lächelte: "Klar doch,  Kohlefaserfäden aus dem
CO2 der Luft gewonnen und so weiter. Alles fraktal und verteilt ...
... kleine Kohlefasermaschinen, überall verteilt, möglichst solar angetrieben ..."

... "wäre doch mal was, oder nicht ?" ...

Ich erzählte weiter:

"... und ... und ... die alten Kohlefaserteile kannst Du ganz einfach schreddern
und eingraben. Die verseuchen ganz gewiss kein Grundwasser ..."

... " und... und ... das CO2 wäre aus der Luft ..." ...

... "ist doch toll, oder was ?" ...



Er blickte traurig zu Boden...

... nickte mit dem Kopf vor sich hin ..

"... ja, ich bin alt geworden..."

"... ja ... hmmm ... ...ja. ....ja ..."

"Ich würde ja sagen, pflanz' 'nen Baum, dann hast Du auch Deine Kohlefasern ..."

"Ja, eben !" ... grinste ich ...



"... ich habe schon spezielle Gummibäume gezüchtet ..."



"Du bist echt ein total verdrehter Kauz ...", meinte er schmunzelnd ...

Eine Weile verging ...

  Schließlich meinte ich aufmunternd:
"Pullenbier, wie damals im ... 'Märchenwald' ... ?"

"Jou !",  sagte er, wieder etwas fröhlicher...

"Lagerfeuer ? ... es ist gerade windstill..."

"Jawoll, das wäre mal was ..."

"Gut."

Wir holten ein wenig stets vorbereitetes Brennholz und füllten es in den Brennkorb, der immer bereitstand.
Schließlich feuerten wir den Korb an, holten zwei Strohballen als Sitzgelegenheit herbei und setzten uns.





Der Abend dämmerte heran und der Abendhimmel begann in herrllichen Farben zu leuchten...

Dann sahen wir dem Lagerfeuer zu...  ...lauschten in die hereindämmernde Nacht...


"Prost..."

"Prost..."

Ich sagte nach einer Weile:

"Weißt du, was ein guter Freund und Freund des Islam einmal zu mir sagte ?"

"Nö. Was ?", meinte mein Freund.

"Er sagte es ungefähr so:", erklärte ich:

  "Wenn Du irgendwo hingehst und Dich setzt,
solltest Du warten,  bis Deine Seele angekommen ist,
bevor Du in die Unterhaltung einsteigst ... "

"Hmmmm ...", brummte er nachdenklich,

"... ich glaube, meine Seele holt mich hier  jetzt am Feuer
gerade langsam ein, aber ganz da ist sie noch nicht ..."

Er schnaufte wieder:

"Was grinst Du mich so an ?"


"Naja bei uns Christen kann man die umsrtittene Stelle in dem Buch
'Auge um Auge, Zahn um Zahn' auch so Formulieren", sagte ich:

"Suche zunächst den Blickkontakt und dann versuche zu lächeln ..."

"Hmmm ...", brummte er etwas zufriedender
und blickte zum Bierkasten hinüber ....

"Pullenbier ?"

"Jou..."

"Prost..."

"Prost..."

"Was soll ich jetzt mit dem Kohlefaser-Lappen ?", brummte er ...

"... als Muster behalten ...", sagte ich...

"Hmmm... ... meinst Du die Struktur oder den Lappen ansich ?", fragte er vorsichtig ...

"... beides, mein Freund, beides ..."

Er lächelte in sich hinein, nickte wohlwollend überrascht mit dem Kopf 
und steckte den Lappen in die Hosentasche.

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Das Feuer kinsterte leise und der typische Lagerfeuergeruch machte sich breit.
  Die Wärme des Feuers begann uns zu umschmeicheln.



Unsere Seelen kamen langsam bei uns an, da raschelte es im Gebüsch...

"Still." --- "Da ist was."

Wir lauschten ...

Das Rascheln wurde etwas lauter ...
... wir lauschten noch etwas angespannter
und stellten unsere Bierflaschen langsam und leise auf den Boden...
... unsere Blicke begegneten uns und wanderten zu den
Stahlrohren hinüber, die an der Ecke der Gartenhütte standen...
... wir winkelten langsam unsere Beine an ...

...

Das Rascheln verstummte.

Mein Freund und ich sahen uns wieder an,
zum Sprung bereit ...

... es klickte leise im Gebüsch ...





"Mist !",

raunte es aus dem Gebüsch ...


Wir sahen uns wieder an ...

"Ich bin's ...",

klang eine Frauenstimme leise aus dem Dunkel.

Wir beide wie aus einem Munde und völlig überrascht:


"Bine ? ... ... ..."

 "Du ? --- Hier ?"

"Willst Du wirklich zu uns... ?"

"Ja, sagte Biene, dieser miese Verschluss der Handtasche, Entschuldgung,
wenn Ihr nervös geworden seid ..."



Beruhigt nahmen wir unsere Bierflaschen wieder zur Hand und streckten die Beine wieder aus.

"Und Du wolltest uns wirklich besuchen ?", fragte ich staunend.

"Ja, warum nicht ?", sagte sie freundlich und kam näher.

"Es roch so herrlich nach Lagerfeuer und ich sah Euch da
 sitzen und ins Feuer schauen ..."





"Störe ich?" ...





"Öööh, ääh, nein, nein..." (etwas unsicher...)

"Komm' her, Bine, setz' Dich ..."

"Da hinten ist noch ein Strohballen ..."

"Komm, ich hole ihn Dir ..."

"Nee Du, lass' mal, so gebrechlich bin ich noch nicht, ich hole ihn mir selber..."

Sie holte den Strohballen heran und setzte sich zu uns ans Feuer ...

"Aaaahhh, schööön...", murmelte sie.

Mein Freund sagte:

"Pullenbier ?"

"Gern."

"Jou."




"Ooooooch bitte, trinkt doch nicht so viel, Ihr beide", ... sagte Bine ...



Leise klimpernd nahm er drei Bierflaschen aus dem bereitstehenden Bierkasten.

"Hast Du einen Öffner, Bine ?"

"Ich bitte Dich !" ... "Selbstverständlich !" ...

"Prost..."

"Prost..."

"Prost..."

... nach einer Weile raschelte es wieder im Gebüsch...

"Nanu", meinte ich, "wer kommt denn da noch ?"

Wir versuchten, etwas in dem orangefarbenen Schein des Feuers zu erkennen,
aber niemand war zu sehen ...

"Gewiss irgend ein Tier, murmelte ich..."

"Ein Vogel vielleicht ..."

"Torfkopp!", meinte mein Freund in seiner unverwechselbaren Ausdrucksweise,
"meinst Du, die fliegen in der Nacht ?"






"Diese Viecher sind bei uns nachts unterwegs, Du Sack ! ..."

"Also bitte ! ...", sagte Bine ein wenig empört.

"Fliegt eine Nachtigall nicht nachts ?", fragte sie etwas unsicher ...

"Ich sag' ja nur...", er schnaufte schon wieder, und winkte schließlich ab...

... "der lernt das nie, das ist einfach kein Biologe ! ..." ...
... "der kann nur Drähte, Drähte, Drähte ! ..." ...

"Jetzt hör' aber auf !", meinte Bine noch empörter.

"Ich meine ja nur ...", schnaufte er und winkte ab.

  Schließlich schwiegen wir dann und sahen gedankenversunken ins knisternde Feuer...

... ein paar Funken sprangen mal leise und mal etwas lauter knackend aus dem Lagerfeuerkorb heraus ...

... es hatte sich schon eine orangerote Glutschicht am Fuß des Korbes gebildet, ...

... die allmählich begann, ihre volle Wärme abzustahlen ...

... leichte Rauchwölkchen kräuselten sich in der lauen Sommerluft über dem Korb ...

...

Nach einer Weile kam ein kleines Tier mit Stacheln auf dem Rücken
aus dem Gebüsch getappst und schnüffelte an der Erde herum.



"Oooohhh",  sagte Bine verzückt und unterbrach das Schweigen.


"Wie süüüß, ein  'Erdnuckel' ..."





Da entspann sich die erste Unterhaltung:

Mein Freund sagte:

"Kennt ihr die alte Geschichte vom Hasen und dem Igel ... ?"

Ich meinte:

"War das nicht das Märchen, wo Hase und Igel um die Wette liefen ?"
"War da nicht der Igel immer schon da, wenn der Hase gerade erst ins Ziel kam ?"

"Ist das nicht so ähnlich wie die Geschichte, wo sich Fuchs und Hase 'gute Nacht' sagen ?"

"Nee", meinte Bine und kicherte.

"Da verwechselst du was ..."

Ich: "... wieso ? Erzähl' doch mal ..."

"Ich kann es nicht mehr genau erzählen...", gab Bine zu.

"Aber ich kann es noch", meinte mein Freund, nicht ohne Stolz.

 Und so begann er zu erzählen...

Als er die Geschichte zu Ende erzählt hatte, meinte Bine:

"Das hast Du aber schön erzählt",
"So kenne ich Dich ja gar nicht", und gab ihm einen Kuss auf die Wange.



  Schließlich entspann sich eine nette Unterhaltung und es wurde lange "geklönt",
wie man hier in der norddeutschen Gegend so sagt,
wenn die Seele angekommen ist
und man sich prächtig versteht und unterhält, scherzt und ein wenig lacht.
 
Später wurde es wieder ruhig ...

... sehr ruhig ...

... nur das Feuer knisterte vor sich hin ...
... mein Freund war schon eingeschlafen ...



"Muß halt viel arbeiten, 'der alte Haudegen'...", meinte ich gütig.

Bine beugte sich zu mir herüber und flüsterte mit etwas ins Ohr ...

"ich ... ... ... ach so",

murmelte ich ein wenig verlegen ...

Nach einem Weilchen dann:

"ach... ...das habe ich nie bemerkt ..."

"... ich dachte immer, dass ..."

"...ich bin gar nicht drauf gekommen, dass Du..."

"mich..." ...

"...dumm, was ?"

"Nö", sagte Biene.

"Noch'n Pullenbier ?"

Diesmal war sie es, die ein Bier anbot.

"...gern..."

"Prost..."

"Prost..."

Die beiden Bierflaschen klangen leise aneinander.

... "pling...", lächelte Bine ..

Bine blickte mich an.

"Kommst Du mit ?"

"Öh... ... äh... äh...", sagte ich,

"... das... das... ääh... Feuer brennt noch..."

"Ja genau das... ", hauchte Bine und lächelte ...



"A... aber meine Gattin..."

"Glaubst Du, ich bin blöd ?", raunte Bine,

"Sie sagte mir vorhin, dass sie heute Abend zu einem Vortrag in ein Museum gehen würde..."

Ich lächelte zufrieden, war sehr stolz auf meine Gemahlin und auf Bine...
... es fielen  mir die Worte meiner Frau ein,  die sie irgendwann einmal beiläufig zu mir sprach:

"... die Bine ist aber sehr zuverlässig ..."

Ich weckte also meinen Freund.

"Hä, was... was... wo... wer... --- Achso...".

Er räkelte sich etwas.

"Kannst Du mal eben auf das Feuer achten ?", fragte ich.

 

Er blickte auf.

"Ach, äh... ja... ...achso... öhh... ...mache ich... ...keine Sorge... ...verstehe schon..."
 


Sein Grinsen war dann doch schließlich ein wenig frech...

"Hast Du auch an diese, diese, Dings, diese ähhh ... ..."

 fragte Bine etwas verlegen.

"schhhh....", machte ich behutsam, "...ich bin auch nicht ganz blöd..."

Mein Freund rief noch verschmitzt und plötzlich sehr munter
und in gespieltem Ton:
 
"Immer am Mann, was ? ...",

 und grinste noch einmal besonders frech.



Ich meinte noch zu Bine: "Und Dein Mann ? ..."

"Ähhh..., mein Gemahl ! ... also mein Gemahl meint, er müsste mal ausspannen", lächtelte Bine.

"...und bin ich hier nicht etwa auf einem Vortrag über die Natur  ? ...."

Sie zwinkerte.

"So gesehen, ja...", sagte ich noch leise und nahm ihre Hand ...

Gerade in diesem Moment huschte eine Sternschnuppe am Firmament nieder
und zog einen kleinen silbernen Schweif hinter sich her.

... wir sahen beide eine Weile in den Sternenhimmel ...

"Oh, guck mal, ein 'Flitze-Stern'...", sagte Bine verzückt und schloss schnell die Augen, um sich etwas zu wünschen.

 Hierzulande sagt man,  man habe einen Wunsch frei, wenn man eine Sternschnuppe gesehen hat.

Ich sah, dass Bine die Augen schloss und meinte:

"Hmmm... ...ist schon erledigt !"
"... er hat sehr gute, vortreffliche Arbeit geleistet..."
"... wirklich erstklassig ...

  Schließlich setzte ich nach:
 
"Das ging schnell, was ?", und schmunzelte...
"... naja, ist eigentlich schon ein Weilchen her..."

Sie öffnete die Augen ein wenig verwirrt wieder...

Nach einer ganzen Weile des Nachdenkens erhellte sich ihre Mine
zu einem einzigen strahlenden "Aha-Gesicht" mit einem Augenaufschlag, der Bände sprach.

Schließlich sagte sie:

"Du alter Wallach ..."

"Hat es geklappt, alles im Lot ?"

Ich nickte.

Sie schaute kurz trauig zu den Sternen,
lächelte dann, begann zu schmunzeln und meinte:

"Prima, Mensch !", und knuffte mich in die Seite.

Ich grinste sie an:

"Und nun ?"...

"Ich habe einen Schlüssel dabei...", sagte sie...

Jetzt war  ich es, der ein staundendes  "Aha- Gesicht " zum Ausdruck brachte ...

"Der ist aber ganz etwas Besonderes ...",
zwinkerte ich ihr zu und und blickte sie bewundernd an.

"War das auch nicht zu teuer ?", meinte ich...

"Nö, war schon ok..."

"Was hat der Portier gesagt..."

"Hier, bitte, der Schlüssel, gnädige Frau..."

"Hat er was aufgeschrieben ?"

"Nö, er hatte nur eine handgechriebene Quittung für mich ..."

"Alle Achtung ! Donnerwetter ! Das hätte ich nicht von ihm gedacht,
ist doch die erste Adresse am Ort ... "

"Na, dem hätte ich auch sonst auch ein paar Takte erzählt...",  meinte mein Freund
und "drohte" symbolisch mit einer vollen Bierpulle und einer Qualmwolke aus seiner Zigarette dazu...


"Wer braucht schon diese Telefonleitungen...", brummelte mein Freund.

"Ach, guck' mal an ...", grinste ich frech zurück.
"... so, so, sehr interessant, zwei Doofe, ein Gedanke, was ?"
"Auch schon Stricken gegangen ?", meinte ich.

"Jou ! ", sagte er ...

Ein leichtes, laues Sommerlüftchen erhob sich und Bines Haare wehten ein wenig im Wind ...

"Ach, guck' mal an...", meinte Bine, "da wird sich meine Beste Feundin aber freuen ..."

"Ähhh... ... ist dort noch etwas los in dieser Gaststätte ?", fragte mein Freund...

"... oft ausgebucht ... "...

"Ooch, ich war lange nicht dort ...", sagte ich ein wenig wehmütig...

"  'Ne Weinkarte hat der sicherlich immernoch ...", munterte Bine mich auf.

"Nun haut schon ab... ", brummte mein Freund...

"Tschüß..."

"Bis dann..."

"Tschau..."

Und dann gingen Bine und ich langsam in die Nacht hinaus ...

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... nach etwa 100 Metern kam uns eine schicke, ältere Lady in der Dunkelheit entgegen ...

"N' Abend..."

"N' Abend..."

"N' Abend..."

Ich meinte leise zu Bine: "War das nicht diese...", und noch leiser:

... "Statuten-Stute ?"...
 
... "Wo die wohl jetzt noch ..."

... "die spielt doch sonst immer so eine prüde Etitüde..."

 ... "na, hoffentlich macht die nicht wieder Trara ..."...

Bine grinste nur und legte mir ihre Hand sanft auf den Mund.

"Schhhh..., still, ist doch egal jetzt, oder ?", meinte sie leise schmunzelnd...

"Vielleicht tust Du ihr unrecht ..."

"... man sagt, sie hat eine schlechte Erfahrung gemacht, als sie jung war ...", raunte Bine

"aaahhh..., achso, naja dann ...", murmelte ich und grinste zurück...
"... die scheint ja dann also wieder munter zu sein ..."

"Rotwein ?" ...
"Käffchen ?" ...
"O-Saft ?" ...

"Schau'n wir mal...", meinte Bine, ... "sag' bloß, Du hast Dein Portemonnaie dabei..."

"Tja, es geschehen noch kleine Wunder..." raunte ich.
Dann machte ich einen lässigen Gruß:

"Immer am Mann, und exquisit gefüllt, Lady !"

Bine kicherte und schien ein wenig nervös zu werden und etwas zu grübeln...

"Passt wie angegossen... ...ist ein Maßanzug' ...", zwinkerte ich ihr zu...

"Nun komm schon...", meinte sie..., und zwinkerte...

"Und Du ?, ich meine, hast Du einen neuen Duft aufgelegt ?", fragte sie mich noch.

"Ja," ... "... hat mir meine Frau ausgesucht. Schick, was ?"

Sie kam sehr nah heran ...


... und zog die Luft langsam in die Nase.

"Mmmhhh..., schööön...", raunte sie.

Toller Duft ...

Dann zog sie mich sanft in die Dunkelheit fort...

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Als der Morgen dämmerte, meinte ich noch:

"Jetzt sollten wir aber zurück nach Hause..."

"... ja, das ist wahr, aber ein wenig schade ist das schon", meinte sie.

"... sollten wir nicht vielleicht ... ?" ...

"Na, na, na", meinte ich, "... man soll nichts übertreiben ..." ...

Schließlich verließen wir das Gebäude durch die Hintertür und umarmten uns noch einmal.

"Bis dann irgendwie, irgendwo, irgendwann".

"Ja, bis dann ..." 





Tja, liebe Leser, und wie abends an jedem Lagerfeuer auch immer mal irgendwo einmal ein Funke springt,
so ist an jeder Geschichte auch immer ein Fünkchen Wahrheit ...
 

... solch ein Funke kann manchmal eine richtige Glut entfachen ...


... liebe Grüße,




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