Zurück zum Menü 4 4.0.7 Peltierelemente erkunden Erstellt: Ab Januar 2008
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Eines Tages saß ich so da und guckte aus
dem
Fenster. Da lugte die Sonne nach einiger Zeit durch die
trüben Wolken und ich war schon drauf und dran, mal nach
draußen zu gehen und mal "zu gucken, ob keiner guckt".
Aber schon gleich danach verschwand die Sonne auch wieder und es wurde ein trüber, regnerischer und matschiger Sommertag. Da sinnierte ich so vor mich hin und überlegte einmal, wie man wohl eine thermische Solaranlage mit Hilfe von weiterer Technik zu einem höheren Ertrag bringen könnte. Naja, man könnte die thermischen Kollektoren mit photovoltaischen Solarzellen erweitern. Hmmm... Dann hätte man zusätzlich Strom
für
irgend
etwas zur Verfügung, wenn die Sonne scheint.
Da schoss es mir durch den Kopf, dass es ja auch Peltier-Elemente gibt. (Gesprochen:
"Pelltjeeh-Elemente")
Eigentlich eine interessante Sache. Ich
versuchte also, als erste Aktion dieser Art, einmal etwas Anderes:
Ich schrieb zwei Firmen an, die Peltier-Elemente führen und bat diese Firmen, mich und meine Seiten "Strippenstrolch" zu unterstützen. Ich schickte die zwei Emails ab und wartete. Die eine Firma meldete sich gar nicht und bei der anderen Firma bat man mich um Geduld, weil die entsprechenden Ingenieure, die sich dieses Themas annahmen, in den Sommerurlaub starten wollten. Naja, also gut, wartete ich weiter und nach etlichen Wochen vergaß ich das Projekt und vergaß auch die Emails, die ich schrieb. Aber eines Tages flatterte mir ein Briefcouvert in den Briefkasten: ![]() "Nanu ?", dachte ich, "Ich habe doch gar nichts bestellt ?" und dann gleich eine fetter roter Umschlag mit der Rechnung dran ?". Zunächst öffnete ich recht verdrießlich den Umschlag. Und schaute einmal hinein. Im selben Moment erhellte sich meine Stimmung, denn in dem Umschlag lagen zwei Peltier-Elemente und Datenblätter dazu. Sogar so, wie ich meinen Wunsch geäußert hatte: -Für den Seebeck-Effekt geeignet. ![]() "Donnerwetter", dachte ich, "das ist ja toll". Und dann guckte ich, was der Spaß kosten sollte und war total überrascht, dass es wirklich eine Spende der Firma Eureca war, die ich angemailt hatte (siehe ganz unten...). Toll ! Super ! Prima
! - Dankeschön - :-) :-)
So hatte ich nun zwei tolle Peltierelemente
feinster Bauart, denn ich bemerkte sehr wohl, dass diese Elemente an
den Kanten gegen Feuchtigkeit versiegelt waren, was man bei
anderen
Elementen oft vermisst:
![]() Also würde ich mal sagen: "Liebe Leser, lasst uns mal diese Elemente einfach untersuchen und später mal versuchen, ein Element als Wärmepumpe für eine kleine thermische Solarplatte zu verwenden." Also los, frisch ans Werk !
Aus dem Elementen gucken zwei Kabel
heraus, ein schwarzes und ein rotes. Da kann man eine Gleichspannung
anschließen. Das Element wird dann auf der einen Seite warm
(heiß) und auf der anderen Seite kalt (friert).
Das wäre dann
der Peltier-Effekt.
Wenn man das Element allerdings von
außen auf der einen Seite kühlt und auf der anderen
Seite
erwärmt, so gibt es einen elektrischen Strom ab,
wenn der Stromkreis geschlossen wird.
Das wäre dann
der Seebeck-Effekt.
Beides probieren wir dann auch gleich mal "trocken" aus, ich habe sogar einen Thermofühler für eines meiner Messgeräte, so dass wir das einmal schön betrachten können. Weil es vom Versuchsaufbau einfacher ist, beginnen wir mal mit dem ein wenig bekannteren Peltier-Effekt, der zum Beispiel auch in diesen KFZ-Kühltaschen aus dem Baumarkt angewendet wird. In diesen Kühltaschen befindet sich ein Peltierelement für eine ungefähre Leistung von 50-60 Watt bei 12 Volt. Es wird also einfach 12 Volt aus dem KFZ angeklemmt und es beginnen so etwa "PI mal DAUMEN" 5 Ampere Gleichstrom zu fließen. Daraufhin wird das Peltierelement an der Innenseite der Kühlbox kalt und im hohlen Deckel befindet sich ein großer Kühlkörper der von dem Peltierelement aufgewärmt wird. Dieser Külkörper wird dann meistens noch von einem Lüfter "angepustet", damit die Wärme schnell und gut abgeführt werden kann. Manchmal befindet sich im Inneren der Kühlbox ein zweiter Kühlkörper, der ebenfalls von einem Lüfter "bedient" wird, um die in der Kühlbox verbleibende Wärme besser auf das Peltierelement zu leiten. Das Peltieremelent macht also nichts weiter, als die Wärme von der Innenseite der Kühlbox auf die Außenseite zu "pumpen". Also kann man ruhigen Gwissens von einer einfachen Art "Wärmepumpe" sprechen. Natürlich kann die Wärme nicht wieder zurück in die Kühlbox, denn diese ist ja gut isoliert. Also wird es in der Box immer kälter, so kalt, wie es eben die oben genannten 50 - 60 Watt hergeben. Man kann auch beobachten, dass es in der Box tatsächlich friert, wenn man die Kühlbox in einer kühlen Spätsommernacht draußen stehen lässt und in Betrieb setzt. Das Peltierelement kann also immer nur eine "Delta-Temperatur" auf seinen Platten herstellen. Je heißer die Außenseite der Kühlbox ist, desto wärmer wird es auch innerhalb der Box bleiben. Ist ja klar, das
Element "pumpt" ja nur mit einer gewissen Leistung (Wattzahl)".
Aber ich sehe schon, es ist wieder mal Zeit
für eine erklärende Grafik. Hier also einmal solche eine
Kühlbox als Funktionsprinzip:
![]() Man beachte hierbei, dass die beiden blau eingezeichenten Kühlkörper direkt wärmeleitend auf das Peltierelement gebaut sind, denn sonst kann ja die Wärme nicht transportiert werden. Zwischen Deckel und "Kühlraum" muss dann allerdings eine Isolierung sein, sonst "pufft" die Wärme ja wieder zurück. Diese Isolierung vernünftig zu gestalten machen viele Hersteller von billigen KFZ-Kühlboxen schlichtweg falsch und zu billig, weshalb man dann auch sehr leicht von der Wirkung der Kühlbox enttäuscht ist. Aber leider kann man da als Käufer nicht viel dran sehen, denn man kann die Kühlbox ja nicht erstmal im Laden oder Baumarkt zerlegen und die Ausführung der Isolierung begutachten. Oft kauft man also "die Katze im Sack" und erfährt dann manchmal sehr schnell, warum die Kühlbox solch ein wahres Schnäppchen war ... Aber weiter:
Der untere Kühlkörper erwärmt sich also durch die Restwärme (lila) des Kühlgutes in der Box. Das Peltierelement (rot) "pumpt" diese Wärme auf seine andere Platte (gelber Pfeil) und erwärmt somit den oberen Kühlkörper (blau), während die untere Platte des Elementes kalt wird. Der obere erwärmte Kühlkörper wird dann ganz simpel durch einen einfachen PC-Lüfter ( oder oft auch leider durch ein Plastik-billig-Luftrad minderer Leistung ) mit der Außenluft gekühlt, so dass der Kühlkörper wieder neue Wärme aus der oberen Platte des Peltierelements aufnehmen kann. Je kälter die
Außenluft (blauer Pfeil), desto kälter kann es auch in der
Box werden. Also darf man bei solchen Boxen keine Wunder erwarten, wenn
sie in einem Auto betrieben werden, das stundenlang mitten in der
prallen Sonne steht und eine "irrsinnige"
Innenraumtemperatur entwickelt hat. Besser ist es also,
solche Boxen während der Fahrt zu benutzen, wobei der
Innenraum des Autos ja normale Temperaturen hat. Hinzu kommt noch, dass
die Autobatterie die 50 Watt kaum sehr lange allein aufrecht erhalten
könnte und die Batterie daher sehr schnell leer wäre, wenn
der Motor des Autos nicht läuft.
Nun aber zu der Bastelei mit den
Peltierelementen.
Zunächst legen wir uns mal
die grundlegenden "Zutaten" zurecht, um einmal den einfachen
Peltier-Effekt "zu bewundern":
![]()
Dann brauchen wir
natürlich noch einen PC, aber ratet mal, womit ich gerade die
Seiten schreibe ;-) ...
Sehr schön wäre noch ein Stativ für das Infrarotthermometer und das Peltierelement, aber mal sehen, wie ich das gestalte... ...ach ja, ich habe ja diese
kleinen Bastelschraubstöcke...
![]()
Der Massvorsatz hat einen eingebauten Laserpointer,
so dass man ihn genau auf das Messobjekt
ausrichten kann:
![]()
Der ganze Messaufbau noch einmal
im Schema:
![]() Da der PC schon vorglüht,
kann ich ja auch gleich mal sehen, ob die alte Diskette mit der
Digiscope-Software auch noch funktioniert:
Aha, Diskette, Software und der alte PC funktionieren also noch...X:
2
Sekunden
pro Teilstrich
Y: 2 Grad Celsius pro Teilstrich ![]()
... prima prima ... :-) So. Was nun ? Erstmal Datenblatt des Peltierelementes begutachten: In den Halter eingespannt habe
ich das Element "TEG2-40-40-19/200"
der spendablen Firma Eureca
Messtechnik GmbH. Dieses Element wurde mir speziell als
"Seebeck-Element" geliefert. Aber warum sollte es nicht auch einen
Peltier-Effekt aufweisen, den wir hier als erstes einmal kurz
untersuchen wollen ?
Also: Das Element:
Es ergeben sich folgende Werte: Spannung:
ca.
4
Volt
Strom: ca. 1 Ampere ==> P = U * I ==> 4 Watt So, was passiert jetzt bei einer Temperaturmessung an dem Element ? Hier das Ergebnis: X:
2
Sekunden
pro Teilstrich
Y: 2 Grad Celsius pro Teilstrich ![]()
"Jaja, das ist ja nix Besonderes
!", höre ich schon so manchen raunen.
Interessant wird es jetzt erst, wenn wir die Stromzufuhr umpolen. Achtung ! Mache
das nie mit einem gerade betriebenen Element, das noch Restwärme
hat ! Das Element pumpt die Wärme dermaßen schnell auf die
andere Plattenseite, dass man sich gehörig die Finger verbrennen
kann ! ==> Lasse das Element
immer erst mit beiden Platten
auf Raumtemperatur kommen.X: 2 Sekunden pro Teilstrich Y: 2 Grad Celsius pro Teilstrich ![]()
Hier sehen wir, wie die
Plattenoberfläche kälter
wird, wenn man den Strom umpolt.
Wir
sehen
auch, dass sich die Wärme im ganzen Element
gleichmäßig verteilt, wenn der Strom abgeschaltet wird. Dann werden beide
Platten einfach gleichmäßig warm.
Wir halten also fest:
So, nun aber zum eigentlichen "Seebeck - Experiment": Ich kramte also in meiner
"Kramkiste" und fand folgenden alten Kühlkörper:
![]() Und dann noch dieses schöne handgefertigte "Stöfchen": ![]() Hmmm... dachte ich mir, daraus
kannst du ja mal ein schönes Seebeck-Experiment basteln...
Also zunächst einmal muss
man ja sagen, dass man aus dem Seebeck-Element Strom heraus bekommt, wenn die eine Seite des Elements wärmer als die
andere ist.
Zersägter Kühlkörper und das Peltier-ElementDa stelle ich mir vor, dass ich ein Teelicht in das Stöfchen stelle und den Kühlkörper in zwei Hälften zersäge und daraus ein "Sandwich" baue, in dessen Mitte sich das Seebeck-Element befindet: Nachdem das Teelicht drunter
gestellt und angezündet wurde, sollte sich eigentlich ein Strom
einstellen, wenn man den Stromkreis schließt, weil der untere
Kühlkörper ja zumindest im
ersten Moment wärmer als der obere ist. Der Obere
Kühlkörper ist aber nur kälter als der untere, wenn er
eine größere Oberfläche als der untere hat, also
größer ist.
Also zersägen wir nun den Kühlkörper und bauen uns daraus ein "Sandwich" zusammen mit dem Peltierelement in der Mitte: ![]() ![]() Sandwich aus Peltier-Element und
Kühlkörper
Wenn diese Anordnung nun auf das Stöfchen stellen und
von dem Teelich erwärmen lassen,
können
wir
mit einer geeigneten Messanordnung feststellen, ob und
wie eine Spannung an den
Anschlüssen des Peltier-Elements entsteht.
Zunächst machen wir eine einfache Messung, wo Plus und Minus herauskommt und wie hoch die Spannung sein wird: ![]() Wie wir sehen, habe ich das
Sandwich verkehrt herum drauf
gelegt, denn rot und schwarz
sind zwar richtig angeschlossen, jedoch ist das Messergebnis negativ. Also
müssen wir das Sandwich nun abkühlen lassen und einmal anders
herum drauf legen.
Wir machen also jetzt einmal folgenden Versuch 1:
Das Ergebnis der Aufzeichnung sieht so aus: ![]()
Nun erweitern wir
also unseren Versuch 1 zu Versuch 2:
Die Versuchsanordnung sieht nun
folgendermaßen aus:
![]() 1 ==>
Stöfchen mit Teelicht
2 ==> Sandwich aus Peltier-Element und Kühlkörpern 3 ==> PC-Lüfter 4 ==> Messgerät mit PC-Anschluss 5 ==> Blei-Gel-Akku zum Berieb des Lüfters Die U-t-Messkurve zeigte nun aber einen
ähnlichen Verlauf wie in der oberen Grafik. Anstatt 0,5 Volt warf
die Messung dann 0,8 Volt aus. Wir untersuchten das und fanden heraus,
dass auch 2 Teelichter nicht
genügend Wärme abstrahlen, um den Lüfter selbsttätig von dem
Peltier-Element betreiben lassen zu können.
Um dies einmal zu verifizieren, nahmen mein Sohn Jan (14) und ich eine Kochplatte und legten das halbe Sandwich darauf. 3. Versuch:
![]() Dieser Versuch lieferte eine Spannung von etwa 2 Volt: ![]() Wir sehen also, dass sich der elektrische Ertrag eines
Seebeck-Elementes ( umgekehrt betriebenes Peltier-Element ) durch eine optimierte Anordnung des Elementes
und seiner kalten und warmen Seite erheblich steigern lässt.
Ebenso sehen wir, dass die durch das Element "gepumpte" Wärme unbedingt abgeführt werden muss, sonst sammelt sich die Wärme ebenfalls auf der kalten Seite des Elements und der Effekt und der Ertrag gehen verloren. Natürlich hilft es auch immer gut, wenn die Kontaktflächen vor dem Zusammenbau mit Wärmeleitpaste versehen werden. Viel Freude beim Heizen und Kühlen, ![]() Dieser Artikel wurde durch die freundliche Sachspende dieser Firma ermöglicht: ![]() Eureca Messtechnik GmbH |